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Erneuerbare decken 53 % des Stromverbrauchs im 1. Quartal 2026

Autor
Mirco Schmidt
Mein erster Kontakt zu grünem Strom war 1994 beim Aufbau des ersten hessischen Windparks

Mehr als jede zweite Kilowattstunde ist inzwischen erneuerbar
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Im ersten Quartal 2026 deckten erneuerbare Energien 53,4 % des Bruttostromverbrauchs in Deutschland. Damit lag der Anteil um 5,8 Prozentpunkte ueber dem Vorjahreswert von 47,6 %. Grundlage sind vorlaeufige Berechnungen von BDEW und ZSW.

Windkraft zieht das System nach oben
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Der wichtigste Wachstumstreiber war die Windenergie:

  • Wind an Land: 34,4 Mrd. kWh (+27,5 %)
  • Wind auf See: 9,8 Mrd. kWh (+44,4 %)
  • Photovoltaik: 13,5 Mrd. kWh (-4,8 %)
  • Wasserkraft: 3,3 Mrd. kWh (-20,9 %)
  • Biomasse: 11,0 Mrd. kWh (-1,5 %)

Das Muster ist klar: Ohne den starken Windbeitrag waere der Sprung ueber die 50-%-Marke in diesem Quartal nicht erreicht worden.

Grafik: Ist-Wert gegen 2030-Ziel
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Vergleich Q1 2026 Ist-Wert gegen 2030-Ziel

Vergleich mit den 2030-Zielen
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Die Bundesregierung verfolgt fuer 2030 das Ziel, 80 % des Bruttostromverbrauchs aus erneuerbaren Energien zu decken. Mit 53,4 % im ersten Quartal 2026 ist mehr als die Haelfte erreicht, aber die Distanz bleibt erheblich:

  • Ist Q1 2026: 53,4 %
  • Ziel 2030: 80,0 %
  • Fehlende Differenz: 26,6 Prozentpunkte

Das ist ein Fortschritt, aber noch kein Selbstlaeufer. Vor allem mit Blick auf den steigenden Strombedarf durch Elektromobilitaet, Waermepumpen, Rechenzentren und Industrieelektrifizierung wird der weitere Ausbau von Erzeugung, Netzen und Speichern zum entscheidenden Faktor.

Zwei Perspektiven: Verbrauch und Erzeugung
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BDEW und ZSW unterscheiden zwischen zwei Kennzahlen:

  • 53,4 % Anteil erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch
  • 52,2 % Anteil erneuerbarer Energien an der Bruttostromerzeugung

Fuer die politische Zielbewertung ist vor allem der Bezug auf den Bruttostromverbrauch relevant.

Was die Zahlen konkret zeigen
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Im ersten Quartal 2026 lag die:

  • Bruttostromerzeugung bei 140,6 Mrd. kWh
  • Bruttoinlandsstromverbrauch bei 137,6 Mrd. kWh
  • Erneuerbare Stromerzeugung bei 73,4 Mrd. kWh

Damit wird sichtbar: Die Energiewende liefert, aber sie muss jetzt systemisch abgesichert werden. Die politische Debatte wird sich deshalb weiter um Netzfinanzierung, Speicher, Flexibilitaet und schnellere Genehmigungen drehen.

Fazit
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Das erste Quartal 2026 ist ein starkes Signal fuer die Energiewende in Deutschland. Der EE-Anteil am Stromverbrauch liegt klar ueber 50 %, getragen vor allem von der Windkraft. Gleichzeitig zeigt der Vergleich mit dem 2030-Ziel von 80 % auch: Das Land ist auf dem Weg, aber noch nicht am Ziel.

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Quellen
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