Studie: Atomenergie ist keine wirksame Option für schnellen und bezahlbaren Klimaschutz#
Eine aktuelle Studie des Öko-Instituts, durchgeführt im Auftrag des Umweltbundesamts (UBA), kommt zu einem klaren Ergebnis: Kernenergie ist nicht geeignet, um Treibhausgasemissionen schnell, verlässlich und kostengünstig zu senken. Für Stromkunden in Deutschland bedeutet das: Der Weg zu günstigem Ökostrom führt nicht über neue Atomkraftwerke, sondern über den weiteren Ausbau von Wind- und Solarenergie.
Was die Studie untersucht hat#
Das Öko-Institut hat im Auftrag des Umweltbundesamts die globale Rolle der Kernenergie im Kontext der Klimaschutzziele analysiert. Untersucht wurden verschiedene Szenarien für eine klimaneutrale Stromerzeugung bis 2050 — mit und ohne Kernkraft. Das Ergebnis ist eindeutig: Trotz vergleichsweise niedriger Emissionen über den gesamten Lebenszyklus spielt Atomenergie in keinem der Szenarien eine tragende Rolle.
- Anteil Kernenergie 2050: Je nach Szenario zwischen 0 und 9 Prozent der globalen Stromerzeugung
- Anteil Erneuerbare 2050: 70 bis 100 Prozent der globalen Stromerzeugung
- Kosten neuer Kernkraftwerke in Europa: 15 bis 19 Cent pro Kilowattstunde (Stand 2020) — deutlich teurer als Photovoltaik oder Onshore-Wind
Zu teuer, zu langsam, zu unflexibel#
Die drei strukturellen Schwächen der Kernenergie treten in der Studie klar hervor. Neue Kernkraftwerke dauern oft 15 bis 20 Jahre vom Planungsbeginn bis zur Inbetriebnahme — Zeit, die im Kampf gegen den Klimawandel schlicht nicht vorhanden ist. Gleichzeitig sind die Baukosten in Europa seit Jahren massiv gestiegen, wie die Baustellen in Finnland (Olkiluoto 3) und Frankreich (Flamanville) zeigen.
Christoph Pistner, Leiter des Fachbereichs Nukleartechnik und Anlagensicherheit beim Öko-Institut, bringt es auf den Punkt:
„Neue Kernkraftwerke sind teuer, ihre Inbetriebnahme dauert sehr lange und sie passen schlecht in ein Energiesystem, das zukünftig stark durch Wind- und Solarenergie geprägt sein wird."
Hinzu kommt die strukturelle Unflexibilität: Atomkraftwerke sind auf Grundlastbetrieb ausgelegt, lassen sich aber schlecht mit dem schwankenden Angebot aus Wind und Sonne kombinieren. In einem zukünftigen Stromsystem mit hohem Erneuerbaren-Anteil sind flexible, regelbare Kapazitäten gefragt — keine Grundlastkraftwerke, die kaum hoch- und runtergeregelt werden können.
Erneuerbare sind die eigentliche Antwort#
Die Studie bestätigt, was viele Energieökonomen seit Jahren betonen: Photovoltaik und Windenergie sind heute die günstigsten Formen der Stromerzeugung — und werden es in Zukunft noch stärker sein. Ihr Ausbau ist schneller, planbarer und günstiger als jede neue Kernenergiekapazität.
Für Deutschland, das 2023 aus der Kernkraft ausgestiegen ist, ist diese Erkenntnis eine wichtige Bestätigung: Der konsequente Ausbau erneuerbarer Energien ist der effizientere und kostengünstigere Weg zur Klimaneutralität.
Was das für Stromkunden bedeutet#
Für Verbraucherinnen und Verbraucher hat die Studie eine klare Botschaft: Wer auf Ökostrom setzt, unterstützt nicht nur das Klima, sondern auch die Technologien, die langfristig die Strompreise senken werden. Je höher der Anteil erneuerbarer Energien im Netz, desto häufiger treten Phasen mit sehr günstigen oder sogar negativen Strompreisen auf — ein Trend, der dynamischen Stromtarifen zugutekommt.
Atomstrom hingegen bleibt teuer: Die hohen Kapitalkosten neuer Kernkraftwerke schlagen sich direkt in den Strompreisen nieder. Länder, die jetzt massiv in neue Kernkraft investieren, könnten sich langfristig teuren Strom ins System bauen.
Fazit#
Die Botschaft des Öko-Instituts und des Umweltbundesamts ist klar: Kernenergie ist kein wirksamer Hebel für schnellen und bezahlbaren Klimaschutz. Die globale Energiewende wird von erneuerbaren Energien getragen — und das ist auch für die Stromrechnung der Verbraucher die bessere Nachricht.
Quellen#
https://www.erneuerbareenergien.de/energiemarkt/energiemaerkte-weltweit/studie-atomenergie-ist-keine-wirksame-option-fuer-schnellen-und-bezahlbaren https://www.presseportal.de/pm/57385/6283049 https://www.sonnenseite.com/de/energie/kernenergie-keine-wirksame-option-fuer-schnellen-und-bezahlbaren-klimaschutz/
Wer die Vorteile dynamischer Strommärkte und erneuerbarer Energien optimal nutzen möchte, sollte regelmäßig einen aktuellen Strompreisvergleich durchführen. Mehr dazu auf gruener-strom.de.
