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Autor
Mirco Schmidt
Mein erster Kontakt zu grünem Strom war 1994 beim Aufbau des ersten hessischen Windparks

Bürgerenergie im Aufwind: Forschungsprojekt CommunitE/BiNe sucht Wege zur breiteren Beteiligung
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Tausende Energieprojekte in Deutschland werden von Bürgerinnen und Bürgern lokal entwickelt, finanziert und betrieben – von der Solaranlage auf dem Gemeindehaus über Windparks in Genossenschaftshand bis zu lokalen Wärmenetzen. Das Potenzial ist groß, aber viele Menschen wissen nicht, wie sie einsteigen oder ihr Engagement ausbauen können. Das Forschungsprojekt CommunitE/BiNe will das ändern – und sucht dafür zunächst Antworten in einer anonymen Umfrage.

Was ist CommunitE/BiNe?
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Das Projektkonsortium aus drei Organisationen entwickelt praxisnahe Bildungsangebote rund um das Thema Bürgerenergie:

  • IKEM – Institut für Klimaschutz, Energie und Mobilität e.V.
  • BBEn – Bündnis Bürgerenergie e.V.
  • NEWJ – Netzwerk Energiewende Jetzt e.V.

Ziel ist es, Menschen zu unterstützen, die sich erstmals an Bürgerenergieprojekten beteiligen wollen oder ihr bestehendes Engagement vertiefen möchten. Die Agentur für Erneuerbare Energien berichtet über das Vorhaben und ruft zur Teilnahme an der anonymen Bedarfsumfrage auf – erreichbar unter s2survey.net/Projekt_CommunitE.

Was ist Bürgerenergie – und warum ist sie relevant?
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Bürgerenergie bezeichnet Energieprojekte, die Menschen lokal gemeinsam entwickeln, finanzieren und betreiben. Die Rechtsformen reichen von eingetragenen Genossenschaften über GmbHs bis zu Vereinen. Was sie eint: Die Kontrolle liegt nicht bei einem überregionalen Konzern, sondern bei den Menschen vor Ort.

Deutschland hat in diesem Bereich eine lange Tradition. Rund 900 Energiegenossenschaften sind aktiv, zahlreiche weitere Bürgerwindparks und Solarprojekte laufen über andere Rechtsformen. Dennoch bleibt das Potenzial weitgehend unausgeschöpft: Viele Projekte scheitern an fehlendem Wissen über Planung, Finanzierung oder rechtliche Rahmenbedingungen.

Einordnung in die Energiewende
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Die Energiewende braucht nicht nur mehr Erzeugungskapazität – sie braucht auch eine breitere gesellschaftliche Verankerung. Bürgerenergie erfüllt hier eine Doppelfunktion: Sie schafft dezentrale Erzeugungsstrukturen und erhöht gleichzeitig die Akzeptanz für neue Projekte in der Bevölkerung.

Studien zeigen, dass Windparks und Solaranlagen in Bürgerhand lokal deutlich weniger Widerstand erfahren als konzerngetriebene Projekte. Das ist kein Zufall: Wer mitentscheidet und mitprofitiert, trägt Risiken anders mit. Für die Energiewende bedeutet das: Bürgerenergie ist kein Nischenmodell, sondern ein strategisch wichtiger Baustein – besonders dort, wo schnelle Genehmigungen und lokale Kooperation zählen.

Auswirkungen auf Verbraucher
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Für Haushalte bieten Bürgerenergieprojekte mehrere Zugänge:

  • Direktbeteiligung als Mitglied einer Energiegenossenschaft, oft ab kleinen Beträgen (50–500 Euro)
  • Lokale Wärmeversorgung über genossenschaftliche Wärmenetze, häufig mit stabilen Preisen
  • Kombinationseffekte mit eigener Photovoltaik: Wer bereits Solarstrom erzeugt, kann Überschüsse ins lokale Projekt einspeisen oder auf dynamische Stromtarife umstellen

Wichtig: Bürgerenergiebeteiligungen sind keine risikolosen Sparprodukte. Die Projekte unterliegen Marktrisiken, Genehmigungsrisiken und technischen Unwägbarkeiten. Genossenschaftsanteile sind in der Regel langfristig gebunden und nicht kurzfristig liquidierbar.

Marktentwicklung
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Der Markt für Bürgerenergie ist trotz günstiger Rahmenbedingungen unter Druck. Die Bürgerenergiegesetzgebung (u. a. EEG 2023) hat zwar Ausnahmen bei Ausschreibungsverfahren für kleine Anlagen geschaffen, die Umsetzung bleibt aber komplex. Der BBEn kritisiert seit Jahren, dass bürokratische Hürden kleinen Projekten unverhältnismäßig schaden.

Gleichzeitig wächst das Interesse. Regionale Banken wie die Volksbank Mittelhessen oder Raiffeisenbanken engagieren sich zunehmend in genossenschaftlichen Energieprojekten und senken damit die Einstiegshürden für Privatpersonen. CommunitE/BiNe setzt genau an diesem Punkt an: Wissen und Bildungsangebote sollen die Lücke zwischen Interesse und Beteiligung schließen.

Fazit
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Bürgerenergie ist ein zentraler Hebel für eine Energiewende, die von der Gesellschaft mitgetragen wird. Das Forschungsprojekt CommunitE/BiNe nimmt einen wichtigen Bedarf in den Blick: Wer mehr Menschen für die aktive Mitgestaltung gewinnen will, muss zuerst verstehen, welche Informationen, Formate und Unterstützungsstrukturen sie dafür brauchen. Die Umfrage ist ein erster Schritt – und jede Antwort zählt.

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Quellen
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Wer Strom aktiv aus erneuerbaren Quellen beziehen möchte, sollte regelmäßig prüfen, ob der eigene Tarif noch passt. Einen aktuellen Vergleich gibt es auf gruener-strom.de.