Die Volksbank Mittelhessen hat eine eigenständige Energiegenossenschaft gegründet: die ZukunftsEnergie eG. Ziel ist es, Mitgliedern und Bürgerinnen der Region direkten Zugang zu Wind- und Solarprojekten zu ermöglichen — ab einem Anteil von 50 Euro.
Was ist die ZukunftsEnergie eG?#
Die neue Genossenschaft operiert unabhängig, wird aber von der Expertise der Volksbank Mittelhessen im Bereich erneuerbarer Energien gestützt. Das erklärte Ziel: Beteiligungen an regionalen Energieprojekten, die für Einzelpersonen sonst nicht zugänglich wären, kollektiv und transparent zu öffnen.
„Wir wollen Menschen in unserer Region Zugang zu Projekten der erneuerbaren Energie ermöglichen — transparent, gemeinschaftlich und zum Wohl aller."
Die Bank hat in den vergangenen Jahren erhebliches Kapital in erneuerbare Energien investiert und verzichtet bei bestimmten Projekten bewusst auf Rendite, um die gemeinschaftliche Beteiligung zu stärken.
Einstieg ab 50 Euro — ein Mitglied, eine Stimme#
Der Beitritt ist bewusst niedrigschwellig gehalten:
- Mindestbeteiligung: 1 Anteil à 50 Euro
- Maximalbeteiligung: 2.000 Anteile (100.000 Euro)
- Stimmrecht: 1 Stimme pro Mitglied — unabhängig von der Anteilshöhe
- Zusatzoption: Investition in Einzelprojekte via festverzinsliche Nachrangdarlehen
Das genossenschaftliche Prinzip steht hier im Vordergrund: Wer mehr Kapital einbringt, erhält keinen größeren Einfluss auf Entscheidungen.
Erstes Projekt: Windpark Wettesingen bei Kassel#
Das Eröffnungsprojekt der ZukunftsEnergie ist der Windpark Wettesingen nahe Kassel. Dort werden fünf ältere Windturbinen durch vier moderne Anlagen ersetzt (Repowering). Die Genossenschaft soll bis zu 20 Prozent Eigentumsanteil erwerben.
Interessierte können sich ab sofort auf einer Warteliste registrieren.
Laufzeit und Renditeerwartung#
- Mitgliedschaft: unbefristet, kündbar mit zweijähriger Frist zum Jahresende
- Erste Ausschüttungen: typischerweise drei bis fünf Jahre nach Projektabschluss
Einordnung für Verbraucher#
Energiegenossenschaften wie die ZukunftsEnergie sind ein wachsendes Modell in der deutschen Energiewende. Sie verbinden zwei Entwicklungen:
- Dezentralisierung der Energieerzeugung — weg von großen Konzernen, hin zu regionalen Strukturen
- Demokratisierung des Kapitalzugangs — auch kleine Beträge ermöglichen Beteiligung an Infrastrukturprojekten
Für Haushalte, die bereits auf Ökostrom setzen oder eine Photovoltaikanlage betreiben, kann eine Genossenschaftsbeteiligung eine sinnvolle Ergänzung sein — sowohl aus Überzeugung als auch als Anlage mit lokalem Bezug.
Quellen#
Wer den Strommarkt aktiv mitgestalten möchte, sollte auch prüfen, ob der eigene Tarif noch zur Energiewende passt. Einen aktuellen Vergleich gibt es auf gruener-strom.de.
